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Wolfsmanagment Land Hessen

04. 09. 2020

Anbei die Email des Pferdesportbundes Hessen zum Wolfsmanagment: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte am 21. August 2020 zu einer Sitzung mit dem Thema Wolfsmanagement geladen. Der Pferdesportverband Hessen wurde dabei durch Herrn Dr. Michael Weiler, Biedenkopf, vertreten. Seinen zusammenfassenden Bericht lassen wir Ihnen nachstehend zur Kenntnisnahme zukommen:

 

Umweltministerin Priska Hinz und Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz stellten am vergangenen Freitag in Wetzlar die geplante Überarbeitung des hessischen Wolfsmanagements vor. Hierzu waren neben Vertretern der Landwirtschaft, Weidetierhalter, Schäfer und Naturschutzorganisationen auch der PSVH geladen. Obwohl man erwartet hatte, dass über mögliche Lösungsvorschläge mit den Betroffenen diskutiert werden sollte, wurde bereits ein nahezu fertiges Konzept präsentiert.

 

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) wird bei sich ein Wolfszentrum einrichten. Es soll ein landesweites Netz an hauptamtlichen Wolfsberatern aufgebaut werden, das auf die 41 hessischen Forstämter verteilt wird. Die Rissaufnahmen und Wolfsverdachtsfälle obliegen dann in Zukunft hauptsächlich allein dem staatlichen Wolfsmonitoring. Inwieweit die bisherigen ehrenamtlichen Wolfsberater noch Einsatz finden, wurde nicht erläutert.

 

Da auch in Zukunft nur Schafhalter mit Beständen von mindestens 30 Schafen Zuwendungen zu Herdenschutzmaßnahmen und für Rissen erhalten, gehen Rinder- und Pferdehalter leer aus. Die Ministerin erklärte auf Anfrage, dass Rinder- Und Pferdebesitzer eher selten zu den Wolfsopfern gehörten und öffentliche Mittel daher nicht dafür zur Verfügung stehen. In Anbetracht der enormen finanziellen Belastung der wolfsabweisenden Zäunung und deren Unterhaltung, ist das ein enttäuschendes Statement. Im Gegensatz zu Niedersachsen ist Hessen bezüglich der Risse von Pferden bisher nicht betroffen, aber bei einer jährlichen Vergrößerung der Wolfspopulation um 30 % ist damit auch in unserem Land zu rechnen. Offiziell sind bisher zwei sesshafte Wölfinnen in Hessen (Vogelsberg und Werra-Meissner-Kreis) bestätigt. Dies wird sich bei den zu erwartenden Rudelbildungen dort aber vermutlich zeitnah ändern.

 

Bezüglich eventueller Entnahmen von Wölfen bei vermehrten Angriffen unter Überwindung aller Herdenschutzmaßnahmen, berief sich die Ministerin auf den hohen Schutzstatus durch die FFH-Richtlinien der EU. Auf die Frage, warum das in anderen Ländern der EU wie Frankreich und Estland möglich sei, erfolgte keine Erklärung. Vor einer Entnahme müssten erst zusätzliche Herdenschutzmaßnahmen wie Zaunerhöhungen vorgenommen werden.

Für die hessischen Pferdehalter mit Weidehaltung bleibt somit nur Eigeninitiative im Zaunbau und gegebenenfalls die nächtliche Aufstallung der Pferde um das Riss-Risiko in Wolfsgebieten einzuschränken.

Fasst man alle Statements des HLNUG vom Freitag zusammen, sehen auch in Hessen die Pferdhalter mit Weidehaltung schwierigen Zeiten entgegen.

 

 

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